Redebeitrag bei “Fridays for Future” in Nürnberg

Am 15. Februar hatte einer unserer Aktivisten die Gelegenheit während einer Zwischenkundgebung auf der Fridays for Future Demo einen kleinen Redebeitrag zum Thema “Die (Nutz-)Tierindustrie und unser Klima” zu halten.

Inhaltlich haben wir uns hier maßgeblich an dem Artikel Wie sich die industrielle Tierhaltung auf den Klimawandel auswirkt von ProVeg orientiert.

Es folgt der Text des Redebeitrags:


Mein Name ist XXXXX und ich bin ein aktives Mitglied von „Liberation Nürnberg“. Wir möchten euch heute etwas sehr wichtiges Mitteilen.


Seit Beginn der Industrialisierung steigt die globale Durchschnittstemperatur allmählich an. 


Uns allen ist bewusst, dass menschliche Aktivität maßgeblich dazu beiträgt. Was fällt euch hier als Grund sofort ein?


Neben fossilen Brennstoffen gibt es aber noch andere große Baustellen!


Der Zusammenhang zwischen Ernährung und Klimawandel in der Öffentlichkeit leider wenig bekannt. 


Laut der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen sind sogenannte Nutztiere für 14,5 % der Treibhausgasemissionen verantwortlich. 


Damit emittiert die Tierhaltung etwa die Hälfte aller ernährungsbedingten Treibhausgase.


Weltweit sorgen die 20 größten Fleisch- und Milchkonzerne für mehr Treibhausgasemissionen als ganz Deutschland. Stell euch das mal vor.


Etwa ein Drittel der Treibhausgasemissionen aus der Tierhaltung liegen in Form von Kohlendioxid (CO2) vor. Neben CO2 gibt es aber noch Methan und Lachgas


Methan ist in Bezug auf sein Treibhauspotenzial 28-mal schädlicher als CO2. Die Größte Quelle? Kühe.


Das Lachgas wird vor allem bei der Düngung mit Gülle und Mist sowie beim Einsatz von Mineraldünger freigesetzt.


Aufgrund des immensen Umfangs der Rindfleisch- und Milchproduktion trägt die Rinderhaltung also mit 65 % den größten Anteil zu den gesamten Treibhausgasemissionen der Tierhaltung bei.


Neben den direkten Emissionen ist die industrielle Tierhaltung aber auch durch indirekte Emissionen am Klimawandel beteiligt. 


Um Weideflächen zu schaffen oder Futterpflanzen anzubauen, werden große Flächen von Wäldern und Grasland gerodet oder Feuchtgebiete trockengelegt. 


Wälder wirken als massive Kohlenstoffsenken, in denen Kohlenstoff aus der Atmosphäre aufgenommen und gespeichert wird. 


Werden sie gerodet, werden große Mengen Kohlendioxid freigesetzt.
Der Amazonas-Regenwald zum Beispiel ist entscheidend für die Regulierung des Weltklimas und der Wetterzyklen. 


Trotzdem sind bereits 20 % gerodet worden und ein ebenso großes Gebiet steht vor der gleichen Bedrohung.


Die fortschreitende Zerstörung des tropischen Regenwaldes wird ab einem gewissen Punkt zu einem völligen Zusammenbrechen des gesamten Amazonas-Ökosystems führen. Die  gravierenden Folgen für das weltweite Klima könnt ihr euch glaube ich alle denken.


Tierhaltung ist also gleich zweimal problematisch: Sie verursacht nicht nur enorme Mengen an schädlichen Treibhausgasemissionen, sondern zerstört auch die natürlichen Abwehrsysteme der Erde. Von dem Leid, den Qualen und dem Unnötigen Tot das Tiere dort erleben ganz zu schweigen.


Steigende Einkommen und Urbanisierung in den sogenannten Entwicklungsländern führen zu einem Anstieg des Fleischkonsums. Diese demographischen Veränderungen sorgen für einen globalen Ernährungswandel, es wird mehr Fleisch und tierische Produkte gegessen.


Wenn der Verbrauch von Fleisch, Milch, Eier und Co so wie bisher steigt, werden die weltweiten Treibhausgasemissionen aus der Tierhaltung bis 2050 um fast 80 % steigen


Daher ist das Ende des Tierkonsums wie auch die Unabhängigkeit von fossilen Brennstoffen ein so unglaublich wichtiger Schritt zur Erreichung des 2-Grad-Ziels.

Was können wir nun tun? Wir können Druck machen! 


Bei all den Leuten, die bei jeder wichtigen Entscheidung erstmal darauf schauen, wie sich das auf ihr eigenes Geld auswirkt. 


Das sind natürlich Konzerne wie RWE und PHW, aber auch Politiker die durch massive Lobby-Arbeit immer im Sinne von diesen Konzernen agieren. Lasst ihnen keine Ruhe!


Ihr habt die Gefahr erkannt und streikt für EURE und unser aller Zukunft. Lasst euch von den Leuten nicht sagen, dass ihr das nur als Ausrede zum Schuleschwänzen ausnutzt.


Zeigt ihnen, dass ihr es ernst meint! Boykottiert auch an allen anderen Tagen der Woche genau DIE DINGE die unsere Zukunft gefährden. Es geht nicht nur um Braunkohle, Öl und Erdgas…
Wenn wir unsere Ernährung nicht umstellen und konsequent auf Produkte tierischen Ursprungs verzichten, dann können wir uns Freitags hier die Beine in den Bauch stehen. 


Wenn es um die Zukunft geht, gibt es keine Kompromisse!
Kein „Nur ein bisschen Braunkohle“, kein „nur hin und wieder kurzreisen mit dem Flugzeug“, und auch kein „Ich esse nur ganz wenig Bio-Fleisch vom Metzger des Vertrauens“.


Und läuft die Zeit davon! Wir müssen ALLE Register ziehen!
Vegan! Für eine Lebenswerte Zukunft! Für die Tiere, Für das Klima… für uns alle!

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