Blog

ESCADA PELZFREI – Demo in München

Gemeinsam mit Freund*innen aus München und der Offensive gegen die Pelzindustrie haben auch wir im Rahmen der ESCADA PELZFREI Aktionstour 2019 eine Demo gegen Pelz und das pelzverkaufende Unternehmen Escada veranstalten, und zwar am 26.10. in München:

An einem sonnigen Samstag machten sich ein paar Aktivist*innen von Liberation Nürnberg! auf den Tagesausflug nach München, um zu helfen ein deutliches Zeichen gegen Escada zu sezten. Gegen 14 Uhr versammelten sich dann alle Teilnehmer*innen aus München und Umgebung vor dem Geschäft der Modekette in der Münchner Innenstadt. Rund 20 Aktivist*innen zeigten potentiellen Kund*innen mit Bannern, Schildern, Flyern und informativen Redebeiträgen (siehe unten) die grauenhaften Zustände in der Pelzindustrie auf. Zur Auflockerung und Motivation gab es auch eine kurze Laufdemo durch die Stadt, bei der die anwesenden 20 Personen zeigten, dass es keine Tausendschaft benötigt, um auf ein wichtiges Thema aufmerksam zu machen. Passant*innen und vor allem Verkehrsteilnehmer*innen viel es schwer unsere Forderungen nach einem Ende der Pelzindustrie nicht wahrzunehmen. Mit Skandierungen wie: “In München und an jedem Ort, Pelzhandel stoppen JETZT SOFORT!” ließen wir keinen Raum für reine Forderungen nach Verbesserungen von Bedingungen wie sie unsere Bundesregierung nur allzu gerne Lobby-konform macht. Wir möchten uns hier auch bei allen weiteren Organisator*innen und Unterstützer*innen bedanken, die anwesend waren oder auch dabei geholfen haben die Veranstaltung publik zu machen! Den kleinen Erfolg den wir direkt beobachten konnten war direkt vor Ort zu sehen: anscheinend sorgten unsere Beiträge und Informationen dafür, dass ein Großteil der potentiellen Kund*innen ihren Besuch bei Escada zumindest an diesem Tag kritisch hinterfragten: nur eine einzige Person betrat den Laden, solange wir davor standen. Jeder Cent weniger den Escada verdient ist ein kleiner Schritt in die richtige Richtung!

Unser Redebeitrag:

Es wird wieder kühler, wir Menschen holen wieder die wärmere Kleidung für Herbst und Winter aus dem Schrank. Und wie es der Trend in den letzten Jahren so wollte sind wieder vermehrt mit Fell-Optik gezierte Kapuzen, Ärmel, Mäntel, Mützen, Schuhe, Taschen und andere Accessoires zu sehen. Ein Trend der vor einigen Jahren aus triftigen Gründen in Nischen versunken ist. Hingegen der Meinung vieler, ist mit Echtpelz ist nicht nur der reine Fellmantel aus dutzenden von Kleintierfellen gemeint, sondern vor allem auch all die viel präsenteren kleinen Fellbommel und Kapuzensäume. Egal wie klein der Fellanteil auch ist, ein Leben wurde dafür beendet.

Ein Teil des deutschen Einzelhandels sieht auch immer noch davon ab offiziell Echtpelz zu verkaufen. Allerdings werden in vielen Fällen die besonders günstig angebotenen Kleidungsstücke mit Echtfell verziert, nicht selten auch von Hunden, Katzen oder Kaninchen, und das ohne eine klare Kennzeichnung zu tragen. Das Interesse der Behörden diese Verbrauchertäuschung zu ahnden ist quasi nicht vorhanden, denn wie in so vielen anderen Lebensbereichen gilt auch hier: Lang lebe das Kapital. So absurd es auch klingt, unter den Bedingungen, die in einer gängigen sogenannten Pelzfarm herrschen, ist es günstiger den Kapuzensaum aus tierlichem Fell zu “produzieren” als ihn aus Kunstfaser herzustellen. In Anbetracht der höheren Gewinnspanne wird das Wohlergehen der Besitzerin oder des Besitzers schnell zweitrangig und auch die kontrollierenden Ämter drücken schnell beide Augen zu.

Viele von uns kennen die grauenhaften Bilder nur zu gut, von Nerzen die apathisch im Kreis springen, in einem Käfig kaum größer als ein Viertel Quadratmeter – Dazu im starken Gegensatz leben Nerze in freier Wildbahn in Revieren von bis zu 20 km². Diese psychische und physische Hölle hält rund 7 Monate an bis sie für ihr Winterfell mit Kohlenstoffmonoxid erstickt werden. Rund ein Fünftel einer, im Fachjargon als “Ernte” bezeichneten, bis zu zehntausenden Persönlichkeiten zählenden Generation erleben diesen Zeitpunkt gar nicht erst, weil sie bereits ihren Wunden oder Krankheiten erliegen.

Auch die nah mit Hunden verwandten Füchse werden auf euphemistisch sogenannten Fuchsfarmen für die Produktion von Pelzbesätzen gezüchtet. – Ihr seht, selbst die Sprache, die in dieser Industrie verwendet wird, ist darauf ausgerichtet diese fühlenden Individuen als gefühlslose Gegenstände, ja, einzig und allein als Ware, zu sehen.- Und auch diese Füchse werden ihrer natürlichen bis zu 50 km² großen Reviere beraubt und in Käfige von ca 1m² gepfercht. Bilder aus solchen Anstalten zeigen verwahrloste Tiere, die ihren Willen zu leben anscheinend verloren haben, liegend in ihren eigenen Exkrementen. Diejenigen die diese Tortur überleben werden am Ende ihrer Zucht mit Starkstrom getötet. Und wozu? Damit wir Menschen uns mit Fellakzenten schick fühlen können? Der Nutzen des Fells anderer Individuen um besonders kalte Winter zu überstehen, existiert schon seit mindestens über 100 Jahren nicht mehr.

Und trotzdem sehen wir auf den Straßen wieder mehr und mehr Pelzprodukte. Woran liegt das? Etwa an einem tatsächlichen Bedarf? Das alte Märchen von Angebot und Nachfrage? Oder doch an suggestiver Werbung und Vermarktung von Unternehmen wie Escada, deren einziges Ziel die Vermehrung ihres Kapitals ist? Die ihr Angebot für dieses Ziel rücksichtslos und auf Kosten anderer so auslegen, dass sie den höchsten Gewinn machen? Denn Kund*innen kann man ja zeigen was sie eigentlich haben möchten.

Obwohl Escada fast ein Jahrzehnt ohne Pelz im Sortiment auskam, sind sie jetzt wieder im Geschäft und gehen erneut buchstäblich über Leichen. Leichen von mehr als fünfzig Millionen Füchsen, Nerzen und weiteren Individuen jährlich. Also baut ein renommiertes Modeunternehmen auf einem Fundament aus Blut und Leid unvorstellbar vieler nichtmenschlicher Tiere. Ein untragbarer Zustand, den wir nicht hinnehmen. Seit 2017 verkauft Escada wieder Pelz, seitdem findet wieder mehr und mehr anschwellender Protest statt, der ein Ende der ethisch unvertretbaren Pelzindustrie fordert. Lasst uns auch heute deutlich machen, dass wir nicht ruhen werden bis Escada und andere Unternehmen keine Plattform mehr für die barbarische, industrielle Versachlichung von Tieren bieten, und dass wir laut sein werden bis jede Tierausbeutung ein Ende gefunden hat!

Was jede*r Einzelne tun kann:

1. Boykottieren Sie Unternehmen, die Pelze verkaufen und kaufen Sie selbst keine Pelzprodukte.

2. Setzen Sie sich gegen jede Form der Tierausbeutung ein und leben Sie vegan.

3. Nehmen Sie an Protestaktionen gegen Escada und gegen Tierausbeutung im Allgemeinen teil.

4. Beschweren Sie sich auf sozialen Netzwerken bei Escada und anderen pelzverkaufenden Unternehmen. Schreiben Sie Briefe, Faxe oder E-Mails.

Erster Animal Rights March Würzburg

Am Samstag den 19.10.2019 organisierten unsere Freund*innen von WATU (Würzburg Aktiv für Tierrechte und Umwelt) eine erste größere Laufdemonstration mit der Forderung von Rechten und Befreiung von nichtmenschlichen Tieren aus den unterdrückenden Verhältnissen. Auch wir wurden eingeladen um einen Redebeitrag beizusteuern.

Copyright: Georg Hoos

Ein paar Aktivist*innen von LN! machten sich an diesem Samstag mit dem Zug auf die Reise nach Würzburg und forderten mit rund 250 weiteren Menschen lautstark ein Ende der ausbeutenden Verhältnisse für alle nichtmenschlichen Tiere. Die Route führte dabei durch die am Wochenende gut besuchte Würzburger Innenstadt, womit uns viele Passant*innen nicht komplett ignorieren konnten. Mit angenehm politischen Parolen wie:
“1,2,3 Lasst die Tiere frei!
4,5,6 Sonst komm´n wir mit der Flex!
7,8,9 Das wird die Tiere freu´n!”
wurde vor allem nicht alleine an den persönlichen Konsum appelliert, sondern auch indirekt Direkte Aktion eingebracht.

In Form von zwei Kundgebungsblöcken wurde Informationsgehalt herübergebracht, der sich nicht in Chants verpacken ließ. Neben uns hielten vor allem lokale Aktivist*innen und Mitglieder von AGeSpe Reden. Diese thematisierten unter anderem den Unterschied zwischen Tierschutz und Tierrechten, Ausbeutung von Individuen in der Unterhaltungsbranche oder spielten wortgewandt mit den Vorurteilen mit denen Menschen mit veganer Lebensweise konfrontiert werden. In unserem Teil konzentrierten wir uns vor allem auf den kapitalismuskritischen Aspekt, der in der Tierrechts-/Tierbefreiungsbewegung bei weitem noch nicht ausreichend thematisiert wird. Auch appellierten wir an einen gesunden Dialog mit Aktivist*innen anderer Bewegungen.
Zum Abschluss gab es noch eine musikalische Darbietung einiger kritischer Songs, mittels Piano und Gesang.

Copyright: Georg Hoos

Nach einer Stunde Pause nach dem Marsch fanden noch weitere Aktionen verteilt über die Einkaufsmeilen statt. Mit einem VR-Brillen Stand, bildschirmunterstütztem Outreach und einer Silent-Line war das Thema auch den restlichen Samstag in der Innenstadt präsent.

Demo 18. Mai 2019 gegen die geplante Mastanlage Kairlindach

Bei strahlendem Sonnenschein haben sich rund 100 Menschen in
Kairlindach getroffen, um gegen den geplanten Bau der Mastanlage friedlich demonstrierend
durch den Ort zu ziehen. Im beschaulichen Weisendorfer Ortsteil Kairlindach, der knapp 250 Einwohner*innen zählt, ist der Bau einer Tierfabrik mit 500 Rindern in Planung.


Liberation Nürnberg! war als bunte und lautstarke Gruppe dabei, um deutlich zu machen, dass die Ausbeutung von Tieren keine Expansionsoption für Landwirte sein darf, dass Tiere keine Produktionsmittel sind und nicht aus Profitgier ausgenutzt werden dürfen. Mit Transparenten, Plakaten, Fahnen und lauten Sprechchören zogen wir nach den Eingangskundgebungen in Kairlindach zum Ort der geplanten Mastanlage. Dort hielten wir einen Redebeitrag, in dem wir primär
die Ausbeutung und das Leid thematisierten, das auf diese Tiere zukommen würden.


Dabei haben wir deutlich gemacht, dass wir von Liberation Nürnberg einen abolitionistischen Standpunkt gegenüber der Nutzung von Tieren vertreten: Wir wollen keine „bessere, humanere“ Haltung, wir wollen keine größeren Käfige, wir wollen die Abschaffung der Käfige! Wir haben klar gemacht, dass die Tier(aus)nutzung nicht zeitgemäß, nicht notwendig und aufs Schärfste zu verurteilen ist. Wir stehen ein für die radikale Befreiung der Tiere und dazu gehört natürlich an aller erster Stelle, dass keine neuen Orte entstehen, an denen Tiere eingesperrt und ausgebeutet werden. Wir danken allen Teilnehmenden für die schöne Demo und hoffen nun, dass die Weisendorfer Bürger*innen nächsten Sonntag ihr Kreuzchen
bei JA setzen: JA, wir sind GEGEN die Mastanlage!

Redebeitrag bei “Fridays for Future” in Nürnberg

Am 15. Februar hatte einer unserer Aktivisten die Gelegenheit während einer Zwischenkundgebung auf der Fridays for Future Demo einen kleinen Redebeitrag zum Thema “Die (Nutz-)Tierindustrie und unser Klima” zu halten.

Inhaltlich haben wir uns hier maßgeblich an dem Artikel Wie sich die industrielle Tierhaltung auf den Klimawandel auswirkt von ProVeg orientiert.

Es folgt der Text des Redebeitrags:


Mein Name ist XXXXX und ich bin ein aktives Mitglied von „Liberation Nürnberg“. Wir möchten euch heute etwas sehr wichtiges Mitteilen.


Seit Beginn der Industrialisierung steigt die globale Durchschnittstemperatur allmählich an. 


Uns allen ist bewusst, dass menschliche Aktivität maßgeblich dazu beiträgt. Was fällt euch hier als Grund sofort ein?


Neben fossilen Brennstoffen gibt es aber noch andere große Baustellen!


Der Zusammenhang zwischen Ernährung und Klimawandel in der Öffentlichkeit leider wenig bekannt. 


Laut der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen sind sogenannte Nutztiere für 14,5 % der Treibhausgasemissionen verantwortlich. 


Damit emittiert die Tierhaltung etwa die Hälfte aller ernährungsbedingten Treibhausgase.


Weltweit sorgen die 20 größten Fleisch- und Milchkonzerne für mehr Treibhausgasemissionen als ganz Deutschland. Stell euch das mal vor.


Etwa ein Drittel der Treibhausgasemissionen aus der Tierhaltung liegen in Form von Kohlendioxid (CO2) vor. Neben CO2 gibt es aber noch Methan und Lachgas


Methan ist in Bezug auf sein Treibhauspotenzial 28-mal schädlicher als CO2. Die Größte Quelle? Kühe.


Das Lachgas wird vor allem bei der Düngung mit Gülle und Mist sowie beim Einsatz von Mineraldünger freigesetzt.


Aufgrund des immensen Umfangs der Rindfleisch- und Milchproduktion trägt die Rinderhaltung also mit 65 % den größten Anteil zu den gesamten Treibhausgasemissionen der Tierhaltung bei.


Neben den direkten Emissionen ist die industrielle Tierhaltung aber auch durch indirekte Emissionen am Klimawandel beteiligt. 


Um Weideflächen zu schaffen oder Futterpflanzen anzubauen, werden große Flächen von Wäldern und Grasland gerodet oder Feuchtgebiete trockengelegt. 


Wälder wirken als massive Kohlenstoffsenken, in denen Kohlenstoff aus der Atmosphäre aufgenommen und gespeichert wird. 


Werden sie gerodet, werden große Mengen Kohlendioxid freigesetzt.
Der Amazonas-Regenwald zum Beispiel ist entscheidend für die Regulierung des Weltklimas und der Wetterzyklen. 


Trotzdem sind bereits 20 % gerodet worden und ein ebenso großes Gebiet steht vor der gleichen Bedrohung.


Die fortschreitende Zerstörung des tropischen Regenwaldes wird ab einem gewissen Punkt zu einem völligen Zusammenbrechen des gesamten Amazonas-Ökosystems führen. Die  gravierenden Folgen für das weltweite Klima könnt ihr euch glaube ich alle denken.


Tierhaltung ist also gleich zweimal problematisch: Sie verursacht nicht nur enorme Mengen an schädlichen Treibhausgasemissionen, sondern zerstört auch die natürlichen Abwehrsysteme der Erde. Von dem Leid, den Qualen und dem Unnötigen Tot das Tiere dort erleben ganz zu schweigen.


Steigende Einkommen und Urbanisierung in den sogenannten Entwicklungsländern führen zu einem Anstieg des Fleischkonsums. Diese demographischen Veränderungen sorgen für einen globalen Ernährungswandel, es wird mehr Fleisch und tierische Produkte gegessen.


Wenn der Verbrauch von Fleisch, Milch, Eier und Co so wie bisher steigt, werden die weltweiten Treibhausgasemissionen aus der Tierhaltung bis 2050 um fast 80 % steigen


Daher ist das Ende des Tierkonsums wie auch die Unabhängigkeit von fossilen Brennstoffen ein so unglaublich wichtiger Schritt zur Erreichung des 2-Grad-Ziels.

Was können wir nun tun? Wir können Druck machen! 


Bei all den Leuten, die bei jeder wichtigen Entscheidung erstmal darauf schauen, wie sich das auf ihr eigenes Geld auswirkt. 


Das sind natürlich Konzerne wie RWE und PHW, aber auch Politiker die durch massive Lobby-Arbeit immer im Sinne von diesen Konzernen agieren. Lasst ihnen keine Ruhe!


Ihr habt die Gefahr erkannt und streikt für EURE und unser aller Zukunft. Lasst euch von den Leuten nicht sagen, dass ihr das nur als Ausrede zum Schuleschwänzen ausnutzt.


Zeigt ihnen, dass ihr es ernst meint! Boykottiert auch an allen anderen Tagen der Woche genau DIE DINGE die unsere Zukunft gefährden. Es geht nicht nur um Braunkohle, Öl und Erdgas…
Wenn wir unsere Ernährung nicht umstellen und konsequent auf Produkte tierischen Ursprungs verzichten, dann können wir uns Freitags hier die Beine in den Bauch stehen. 


Wenn es um die Zukunft geht, gibt es keine Kompromisse!
Kein „Nur ein bisschen Braunkohle“, kein „nur hin und wieder kurzreisen mit dem Flugzeug“, und auch kein „Ich esse nur ganz wenig Bio-Fleisch vom Metzger des Vertrauens“.


Und läuft die Zeit davon! Wir müssen ALLE Register ziehen!
Vegan! Für eine Lebenswerte Zukunft! Für die Tiere, Für das Klima… für uns alle!

Kundgebung gegen Tierversuche in Nürnberg – 21.01.2019

PRESSEMITTEILUNG                          

22.01.2019

Nürnberg protestiert gegen Tierversuche

Am 21.01.2019  um 18:15 Uhr rief die Tierbefreungsinitiative “Liberation Nürnberg!”  in der Nürnberger Innenstadt zum lautstarken Protest  gegen die vor kurzem genehmigten Tierversuche an der Paracelsus Medizinische Privatuniversität (PMU) auf. Die AktivistInnen haben mit Hilfe von unüberhörbaren Sprechchören, kreativen Schildern  und demaskierenden Redebeiträgen auf die tierquälerischen Umstände aufmerksam gemacht, die die sogenannte “Versuchstiere” nun auch in Nürnberg erwartet.

Am 2. Januar wurde ein Antrag auf Tierversuche durch die Regierung Unterfrankens trotz breitflächigem Protest genehmigt. Dies war Anlass für die in Nürnberg, Erlangen und Fürth aktive Gruppe  “Liberation Nürnberg!” kurzfristig zum Protest vor der Lorenzkirche aufzurufen. Ihr Ziel war es in der Innenstadt darauf aufmerksam zu machen, was  Tierversuche aus der  Perspektive der Tiere bedeuten. Unnötige Qualen und der unumgehbare Tod. Während der einstündigen Kundgebung wechselten sich Redebeiträge und Protestrufe ab.  Der lautstarke Protest der rund 40 Aktivisten dominierte den Platz. Zahlreiche Fußgänger*innen hielten inne um das Spektakel zu beobachten.

Tierversuche sind oft ein Hindernis in der Forschung

“Tiere leiden und sterben in Universitäten und Forschungseinrichtungen obwohl Tierversuche als experimentelle Methode vollkommen ungeeignet und ethisch nicht vertretbar sind” skandierten die Aktivist*innen in ihre Megaphone. 

Die angebliche Übertragbarkeit der Erkenntnisse bietet zudem nur eine falsche Sicherheit und absolut keine aussagekräftigen Ergebnisse für die Wirkung jeglicher Substanzen bei Menschen. Aufgrund physiologischer Unterschiede aller Tiere untereinander, sowohl menschlicher als auch nichtmenschlicher, zeigen sich bei allen Arten verschiedene Symptome und Krankheitsbilder.

“Substanzen, welche für bestimmte Tierarten als ungefährlich und sicher eingestuft werden, können bei anderen Missbildungen hervorrufen oder zum Tode führen. In anderen Fällen könnten für Menschen tatsächlich hilfreiche Wirkstoffe (wie Aspirin oder Ibuprofen) übersehen werden und niemals eine Marktzulassung erhalten.” betonte eine Teilnehmerin.

Die Paracelsus Medizinische Privatuniversität (PMU) möchte   an  Mäusen und Ratten experimentieren. Die Tierhaltung am Klinikum Nürnberg hat laut eigener Aussage  eine Aufnahmekapazität von 100 Mäusen und 20 Ratten. Laut dem Klinikum ist das vergleichsweise klein. “Es entsteht der Eindruck, dass nur 120 Tiere im Rahmen vermeintlich alternativloser Forschungsmethoden ein qualvolles Leben erwartet.” plädierte ein Teilnehmer. “Stellplätze sagen uns jedoch nur, wie viele Tiere zeitgleich als lebende Messinstrumente missbraucht werden. Nach ihrem Tod, wird der Stellplatz frei und neu belegt”.

Auf Anfrage, was man selbst dagegen tun könne, empfehlen die Aktivist*innen sich selbst und Freunde über  die Unnötigkeit von Tierversuchen zu informieren, sich an Kundgebungen, Demonstrationszügen und anderen Aktionen zu beteiligen, und sich aktiv in emanzipatorischen Tierbefreiungsgruppen einzubringen.

Ein inbrünstiges “Ein Kampf, ein Gefecht!  Tierbefreiung, Menschenrecht!”  beendete die Veranstaltung.

“Liberation Nürnberg!” ist eine Graswurzel-Initiative innerhalb der Tierbefreiungsbewegung, die sich als Ziel gesetzt hat die Öffentlichkeit über die bestehende Ausbeutung und Misshandlung von Tieren aufzuklären und gemeinsam für die Befreiung von Tier und Mensch zu kämpfen.

Für Rückfragen stehen wir Ihnen zur Verfügung:

info@liberation-nuernberg.de

Unser Kundgebungstext:

Liebe Freude, liebe Mitstreiter und Mitstreiterinnen. Liebe Passanten und Passantinnen.

Für sehr viele Produkte und Bereiche des Alltags werden vor und während der Entwicklung Tierversuche durchgeführt.

Gemeint sind Experimente an oder mit lebenden Tieren, welche der Grundlagenforschung, der human- und veterinärmedizinischen Forschung und der Durchführung von Giftigkeitsprüfungen dienen sollen.

Zu den sogenannten Versuchstieren zählen vor allem Mäuse, Ratten, Meerschweinchen, Kaninchen, Frettchen, Hunde und Katzen sowie Affen, Rinder, Schweine und viele andere Tiere.

Diese leiden und sterben in Universitäten und Forschungseinrichtungen sowie in Pharma- und Dienstleistungsunternehmen. Tierversuche sind jedoch als experimentelle Methode vollkommen ungeeignet und ethisch nicht vertretbar.

<<<Wir sind Laut und wir sind hier, für die Befreiung von Mensch und Tier>>>

Als uns letzte Woche die Neuigkeit erreicht hat, dass Tierversuche nun auch hier in Nürnberg durch die Regierung Unterfrankens genehmigt wurden, waren wir leider nicht sonderlich überrascht.

Barbara Lay, die Leiterin der Unternehmenskommunikation am Klinikum Nürnberg , bestätigte dies.

Die Medizinische Privatuniversität Paracelsus  (PMU) will dort mit Mäusen und Ratten im Bereich der Diabetesforschung aktiv werden.

In das, wohlgemerkt vor der Genehmigung, dafür gebaute Versuchslabor wurden 500.000 Euro investiert.  

Die wissenschaftliche Tierhaltung im Klinikum Nürnberg hat laut eigener Aussage  eine Aufnahmekapazität von 100 Mäusen und 20 Ratten. Laut dem Klinikum ist das vergleichsweise klein.

Doch diese Formulierung vertuscht etwas ganz Fundamentales.

Es entsteht der Eindruck, dass nur 120 Tiere im Namen der sogenannten Wissenschaft ein qualvolles Leben erwartet, bevor sie sterben.

Die Wahrheit ist aber, dass ein Stellplatz uns nur sagt wie viele Tiere GLEICHZEITIG als lebendige Messinstrumente missbraucht werden.

Sobald sie der Tot ereilt, wir dieser Stellplatz frei und kann neu belegt werden.

Unsere Position hierzu ist glasklar. Selbst ein eine Aufnahmekapazität von EINEM einzelnen leidensfähigen Tier ist eines zu viel

>>> Die Regierung, sie ist schuldig! Die Regierung, sie macht mit! Auf Kosten der Tiere ein Mordsprofit! <<<

Lebewesen werden zu „Versuchstieren“, weil ihnen diese Bezeichnung und Funktion von Menschen aufgezwungen wird.

Wissenschaft rechtfertigt nicht das lebenslange Leiden und die Tötung unzähliger Individuen.

Tiere werden als Messinstrumente missbraucht und Experimentor_innen versuchen gewaltsam an ihnen Erkenntnisse zu gewinnen.

Trotzdem bleibt es beim bloßen Versuch, denn die Experimente dienen ausschließlich der Befriedigung wissenschaftlicher Neugier und sind zudem eine lohnenswerte Einnahmequelle.

Tierversuche sind ein System von Ausbeutung, Profitgier und Leid.

Experimente die vor der Marktzulassung notwendig sind, enden für „Versuchstiere“ enden in JEDEM Falle tödlich.  

>>>  Tierversuche sind Folter –Tierversuche sind Mord – Freiheit für alle Tiere jetzt sofort!  <<<

Die angebliche Übertragbarkeit der Erkenntnisse bietet zudem nur eine falsche Sicherheit und absolut keine aussagekräftigen Ergebnisse für die Wirkung jeglicher Substanzen bei Menschen.

Aufgrund physiologischer Unterschiede aller Tiere untereinander, sowohl menschlicher als auch nicht-menschlicher, zeigen sich bei allen Arten verschiedene Symptome und Krankheitsbilder.

Insbesondere Versuche für medizinische Zwecke sind nicht nur sinnlos, sondern können auch gefährlich sein. Substanzen, welche für bestimmte Tierarten als ungefährlich und sicher eingestuft werden, können bei anderen Missbildungen hervorrufen oder zum Tode führen

Bekanntestes Beispiel hierfür, ist der Wirkstoff Thalidomid, auch besser bekannt als Contergan, welcher als sicher eingestuft wurde, jedoch zu schweren Fehlbildungen bei Neugeborenen führte.

Die unterschiedliche Wirkung von Substanzen kann außerdem dazu führen, dass für Menschen tatsächlich hilfreiche Wirkstoffe übersehen werden und niemals eine Marktzulassung erhalten.

Aspirin, Ibuprofen, Insulin, Penicillin oder Phenobarbital sind nur einige der Arzneimittel, welche uns vorenthalten geblieben wären, hätte man sich schon in früheren Zeiten auf Tierversuche verlassen

Tierversuche stehen somit dem wissenschaftlichen Fortschritt im Weg.

>>> PMU, was ihr da macht, hat nichts zu tun mit Wissenschaft! <<<

Tierversuche werden nicht zum Wohle des Menschen durchgeführt, sondern weil einflussreiche Interessengruppen davon profitieren.

Experimentator*innen, Universitäten, Pharma- und chemische Industrien, Auftragslabore, „Versuchstier“-Händler, Firmen die Zubehöre herstellen… Sie alle wollen, dass Tierversuche beibehalten werden.

Hinter der Ausbeutung und der Qual steckt das Streben nach Geld. Die Qualität einer Forschung wird nämlich nicht daran gemessen, wie vielen Menschen geholfen wurde, sondern an der Anzahl der Fachartikel die herausgebracht werden. Davon ist die Höhe der Forschungsgelder abhängig von denen neue Experimente UND natürlich die Experimentatoren finanziert werden.

Wir können, wollen und werden diese Experimente nicht hinnehmen. Es kann nicht sein, dass Entscheidungen ethischer und moralischer Natur im Namen des möglichen finanziellen Profits getroffen werden, und leidensfähige Lebewesen zum Erhalt des investierten Kapitals gequält und getötet werden.

<<< Schluss mit dem Profit auf Kosten der Tiere! >>>

Was könnt ihr tun?

Informiert euch selbst und euer Umfeld über die Unnötigkeit von Tierversuchen. Beteiligt euch an Kundgebungen wie dieser, Demonstrationszügen und anderen Aktionen. Bringt euch aktiv in emanzipatorischen Tierbefreiungsgruppen ein. Schreibt Verantwortliche an. So oft, so lange und so konsequent wie möglich. Wehrt euch, bildet Widerstand.

>>> ein Kampf, ein Gefecht!  Tierbefreiung, Menschenrecht! <<<